Schweiz
Christoph Blocher

Neutralitätsinitiative: Christoph Blocher gesteht Niederlage bereits ein

KEYPIX - Alt-Bundesrat Christoph Blocher bei seiner Ansprache anlaesslich der Delegiertenversammlung der SVP Schweiz vom Samstag, 22. August 2026 in der Waldmannhalle in Baar. (KEYSTONE/Urs Flueeler)
Es hilft alles blochersche Gestikulieren nichts: Die Neutralitätsinitiative wird in einer Woche aller Voraussicht nach deutlich abgelehnt werden.Bild: keystone

Neutralitätsinitiative: Blocher gesteht Niederlage bereits ein

Christoph Blocher hat in einem Interview erklärt, warum es von allem Anfang an schwierig war, die Neutralitätsinitiative populär zu machen. Als Putinfreund will er nicht gelten.
20.09.2026, 06:56

«Ich wusste von Anfang an, dass die Wahrscheinlichkeit, zu verlieren, bei der Neutralitätsinitiative grösser ist, als zu gewinnen. Dazu muss man kein Hellseher sein.» Das sagt SVP-Doyen Christoph Blocher im Interview mit der «Sonntagszeitung».

Damit gesteht Blocher die sich abzeichnende Niederlage bei der Neutralitätsinitiative eine Woche vor der Abstimmung bereits ein. Gemäss den letzten Umfragen wollen nur noch etwa ein Drittel der Wählenden die Vorlage, die eine strikte Auslegung der bewaffneten Neutralität verlangt, annehmen.

In der Schweiz sei «kein Bewusstsein mehr vorhanden, was die Furchtbarkeit von Kriegen, von Kriegsursachen und Kriegsverhinderung durch den Kleinstaat Schweiz bedeutet», sagt Blocher. Deshalb sei es schwierig gewesen, der Bevölkerung das Anliegen der Initiative nahezubringen.

Alt- Bundesrat Christoph Blocher spricht zur Abstimmungskampagne Ja zur Neutralitaetsinitiative, am Dienstag, 4. August 2026, in Bern. (KEYSTONE/Peter Schneider)
Als Putinversteher will Blocher nicht wahrgenommen werden.Bild: keystone

Dass er von seinen Gegnern und Gegnerinnen als Putin-Versteher tituliert wird, bezeichnet Blocher als «Verunglimpfung». Gleichzeitig versteht er, dass die Schweiz mit der Ukraine sympathisiert. «Wenn ein grosses Land ein schwächeres angreift, dann ist man als Schweizer auf der Seite des Angegriffenen!», sagt Blocher gegenüber der «Sonntagszeitung».

Das Abstimmungsresultat werde er akzeptieren, sagt Blocher – und genau beobachten. Bundesrat Ignazio Cassis habe versprochen, die Schweiz bleibe neutral. «Wenn sich der Bundesrat nicht daran hält und zum Beispiel Militärbündnisse eingehen will, werden wir wieder aktiv», sagt Blocher.

(her)

Darum geht es bei der Neutralitätsinitiative

Video: watson/Yann Legacher, Michael Shepherd
    DANKE FÜR DIE ♥
    Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
    (Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
    5 CHF
    15 CHF
    25 CHF
    Anderer
    Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
    SVP-Abstimmungsplakate
    1 / 14
    SVP-Abstimmungsplakate
    Mit Zangen-Plakaten gelang es Christoph Blocher und der SVP, am 6. Dezember 1992 den Beitritt zum Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) zu bodigen.
    quelle: keystone / str
    Auf Facebook teilenAuf X teilen
    Erklärvideo Ernährungsinitiative
    Video: watson
    Das könnte dich auch noch interessieren:
    Tuberkulose in der Schweiz: Warum die Zahlen wieder nach oben gehen
    Die Schweiz meldet für 2025 deutlich mehr Tuberkulosefälle als in den Vorjahren. Besonders bei jungen Menschen schnellt die Zahl der Erkrankungen in die Höhe. Die Gründe.
    Immer mehr Menschen in der Schweiz erkranken an Tuberkulose. Im Jahr 2025 gab es in der Schweiz und in Liechtenstein 544 neue Fälle der Infektionskrankheit, heisst es in der Mitteilung des Bundesamts für Gesundheit (BAG). Das ist der höchste Wert seit 2018.
    Zur Story